Themenfeld: Baustellen und betriebliche Sicherheit

Verkehrssicherheit im Einklang mit Betriebs- und Erhaltungsmaßnahmen!

Herausforderungen

Übermüdung und Unachtsamkeit zählen zu den größten Risikofaktoren – sowohl für Verkehrsteilnehmende als auch für Mitarbeitenden im Baustellenbereich. Eine hohe Qualität in allen Prozessschritten ist entscheidend, denn schon kleine Fehler in Planung, Absicherung oder Ausführung können große Auswirkungen haben.

Ein weiteres Problem stellt Fehlverhalten im fließenden Verkehr dar, insbesondere der mangelnde Sicherheitsabstand von LKW. Diese Situationen erhöhen das Risiko für schwere Unfälle erheblich und setzen sowohl die Baustellenmannschaften als auch andere Verkehrsteilnehmer:innen einer unnötigen Gefahr aus.

Trotz dieser Herausforderungen zeigt das vorhandene Potenzial, wie wirksam Verbesserungen sein können: Eine Reduktion der Unfallzahlen um rund 3 % bei Unfällen mit Sachschaden (UPS), etwa 2 % weniger Verletzte und im besten Fall sogar die Vermeidung von tödlichen Unfällen (0–3 Getötete) sind realistische Ziele. Jede Maßnahme, die zur Erhöhung der Aufmerksamkeit, zur Verbesserung der Abläufe und zur Einhaltung von Sicherheitsabständen beiträgt, ist daher ein wichtiger Schritt hin zu mehr Sicherheit auf und rund um Baustellen.

Zielebene

Bauliche und betriebliche Arbeiten entlang der Strecke sind ein zentraler Bestandteil, um das ASFINAG‑Netz dauerhaft funktionsfähig zu halten. Die ASFINAG setzt sich das klare Ziel, Beeinträchtigungen durch Erhaltungsmaßnahmen so gering wie möglich zu halten. Dazu gehört, Arbeiten bevorzugt in verkehrsarmen Zeiten durchzuführen und – wo immer möglich – abseits der Hauptfahrbahn zu verlagern, um Berührungspunkte mit dem fließenden Verkehr zu minimieren.

Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, Unfälle im Staubereich zu verhindern, etwa durch eine konsequente Stauwurzelabsicherung. Gleichzeitig hat höchste Qualität in Planung und Abwicklung oberste Priorität, denn nur so können sichere Abläufe gewährleistet werden.

Technische Möglichkeiten sollen bestmöglich genutzt werden, jedoch stets unter Berücksichtigung menschlicher Grenzen und realer Belastungen. Zudem müssen arbeitende Personen als besonders vulnerable Gruppe aktiv in alle Sicherheitsüberlegungen integriert werden.

Erwartungen bis 2030

  • Risiko in Baustellen verletzt zu werden ist nicht höher als in Bereichen ohne Baustelle
  • Keine im Verkehr verletzten oder gar getöteten Arbeitende
  • Vernetzung mit Fahrzeugen und Assistenzsystemen funktioniert in hohem Maße

Maßnahmenschwerpunkte

Sicherheitsmanagement:

  • verpflichtende Baustellenaudits bei komplexen Bauphasen
  • regelmäßige Inspektionen zur Qualitätssicherung vor allem auch bei Klein- und Fremdbaustellen
  • Digitalisierung als Kanal zu Fahrassistenzsystemen, SOTRA und Co
  • präventive Arbeitssicherheit als oberste Prämisse

 

Kommunikation:

  • Akzeptanz für Behinderung und Sicherheit der Arbeitenden erzeugen
  • Infotafeln auf Strecke (vor oder nach jeder Auffahrt),
  • Reisezeitinfokanal mit Ereignisfall

 

Kontrolle:

  • Abstandsmessung, Fahrverbote und Section Control forcieren